Internationaler Literaturpreis 2026
Der Internationale Literaturpreis 2026 geht an den ungarischsprachigen Schriftsteller András Visky sowie an die Übersetzerin Timea Tankó. Ausgezeichnet wurden sie für den Roman Die Aussiedlung, der 2025 im Suhrkamp Verlag in deutscher Übersetzung erschienen ist. Die Preisverleihung fand am 3. Juli 2026 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin statt.
Roman: „Die Aussiedlung“
Die Jury würdigt den Roman als eindringliche Auseinandersetzung mit Gefangenschaft, Verlust und menschlichem Zusammenhalt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen selbst unter extremen Bedingungen Hoffnung und Verbundenheit bewahren können. Trotz von Zerstörung und Leid erzählt das Werk von der Kraft zwischenmenschlicher Beziehungen und von der Fähigkeit, auch in ausweglosen Situationen Halt füreinander zu finden.
Außergewöhnlicher Sprachstil
Besonders hervorgehoben wird Viskys außergewöhnlicher Sprachstil. Seine poetische und zugleich intensive Erzählweise verlangt den Leserinnen und Lesern große Aufmerksamkeit ab und verleiht den dargestellten Erfahrungen eine besondere emotionale Tiefe. Die Jury sieht darin eine literarische Form, die sich bewusst auf Unsicherheit und Verletzlichkeit einlässt und so die existenziellen Themen des Romans eindrucksvoll vermittelt.
Ausgezeichnete Übersetzung
Ebenso würdigt die Auszeichnung die Leistung der Übersetzerin Timea Tankó. Ihrer Übertragung ins Deutsche gelingt es nach Ansicht der Jury, nicht nur den Inhalt, sondern auch den sprachlichen Rhythmus, die Atmosphäre und die feinen Zwischentöne des Originals einzufangen. Damit trägt sie entscheidend dazu bei, dass die literarische Kraft des Romans auch im Deutschen ihre Wirkung entfalten kann.
Die gemeinsame Ehrung von Autor und Übersetzerin unterstreicht die zentrale Bedeutung der Übersetzung für die internationale Vermittlung anspruchsvoller Literatur.

